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Mitglieder-Projekt

300 Jahre jüdisches Kur- und Badewesen in Wiesbaden

Recherche- und Buchprojekt

BfK-Mitglied
Dr. Wolfgang Fritzsche
Kulturbüro AHB
65462 Ginsheim-Gustavsburg

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BfK-Arbeitsbereiche: Archiv, Medien/Redaktion

Auftraggeber: Paul Lazarus Stiftung Wiesbaden

Erbrachte Leistung unseres Mitglieds:
Archivrecherche, Dokumentation, Texterstellung, Medien/Redaktion

Wegekreuz

Spätestens seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts macht Wiesbaden Werbung damit, Weltkurstadt zu sein. Eine Vielzahl an Publikationen widmet sich diesem Thema und beschreibt auch den Badealltag in der Stadt. Bislang blieb dabei zumeist unberücksichtigt, dass auch jüdische Kurgäste wesentlich zu diesem Ruf beitrugen und dass eine Vielzahl jüdisch geführter Häuser dieses Klientel bediente.

Die von uns vorgelegte Studie stellt auf Basis ausführlicher Archivrecherchen die Spezifika dieses Badewesen und die gesellschaftlichen Bedingungen seiner Entwicklung in den Fokus. Beginnend mit den ersten von Juden geführten Badehäusern unmittelbar am Ende des Dreißigjährigen Krieges bis hin zu seinem Ende kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wird das "jüdische Kur- und Badewesen" in seinen Facetten dargestellt. Die dabei gewonnenen Ergebnisse wurden mit den regionalen Konkurrenten Bad Ems, Bad Schwalbach und Schlangenbad verglichen.

Eines der überraschenden Ergebnisse war, dass jüdische Kurgäste auch nach 1933 nicht automatisch ausgeschlossen wurden. Im Gegenteil, noch Ende 1938 wurde die Badeverwaltung angehalten, besondere Rücksicht walten zu lassen. Erst Anfang der 1940er Jahre wurden die letzten jüdisch geführten Häuser enteignet.

Eine weitere Überraschung war, dass es keinen "Judenbann" gab, der jüdische Gäste verpflichtete, in bestimmten Häusern abzusteigen oder jüdisch geführte Häuser zwang, ausschließlich Juden aufzunehmen. Vermutlich infolge dessen gab es über den Untersuchungszeitraum hinweg betrachtet mehr als 40 jüdisch geführte Häuser in der Stadt. Deswegen wurde die Untersuchung durch einen Stadtplan ergänzt, auf dem die Standorte der wichtigsten Häuser verzeichnet sind. Diese Häuser werden abschließend mit einer "Biographie" und - soweit möglich - einem Foto gesondert vorgestellt.

Projektzeitraum: 2014