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Mitglieder-Projekt

Archäologische Ausgrabung in Markgröningen

Archäologische Ausgrabung

BfK-Mitglied
Dr. Przemyslaw Sikora M.A.
ArchaeoBW GmbH
70839 Gerlingen

[ Kontakt und Leistungsprofil ]

BfK-Arbeitsbereich: Archäologie/Grabungsfirmen

Erbrachte Leistung unseres Mitglieds: Konzeption, Ausgrabung, Dokumentation

Bestattungen

Drei übereinanderliegende Bestattungen
Foto: L. Horch, © 2018 Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg und ArchaeoBW GmbH

Luftbild

Luftbild des Grabungsareals mit der teilweise freigelegten Baustruktur
Foto: F. Tubbesing, © 2018 Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg und ArchaeoBW GmbH

Eine Drogeriekette möchte an der Vaihinger Straße in Markgröningen einen Parkplatz für ihre Mitarbeiter bauen lassen. Gleich zu Beginn der Bauarbeiten stieß man auf menschliche Skelette. Aus diesem Grund wurden die Arbeiten eingestellt und eine archäologische Ausgrabung veranlasst. Hierzu beauftragte der Investor die ArchaeoBW GmbH, welche die Ausgrabung vom 09. Juli bis zum 07. September 2018 in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg durchführte.

In dem Zeitraum konnten 87 Bestattungen dokumentiert werden. Diese wurden zunächst aufgrund der teilweise regellosen Lage einem Massenbegräbnis zugeordnet. Der Großteil der Gräber zeigte sich im Verlauf der Grabung zwar noch immer als beigabenlose und sich teilweise überlagernde Bestattungen, aber dann doch zumeist in einer Ost-West-Orientierung. Auf Grund der Beigabenlosigkeit, der Orientierung der Gräber sowie dem Mangel an Särgen und Leichentüchern können die Gräber einem christlichen, aber ärmlichen Kontext zugeordnet werden.

Wie kommen die Bestattungen hierher? Im Urkataster aus den 1830er Jahren ist eine Nutzung als Begräbnisplatz nicht mehr verzeichnet. Eine engere zeitliche Einordnung ist durch den Fundmangel leider nicht möglich. Interessant ist auch, dass nur zu wenigen Bestattungen die Grabgruben dokumentiert werden konnten. Diese sind häufig sehr knapp bemessen, sodass der eine oder andere Tote mit angezogenen Knien bestattet wurde. Dies verdeutlicht eine effiziente Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Platzes. Dieser Umstand sowie die ärmlichen Gräber könnten Hinweise auf eine Nutzung des Areals als Spitalfriedhof sein.

Interessant ist auch eine Baustruktur, die sich im untersuchten Bereich zeigte. Durch die geringe Bautiefe des Parkplatzes sowie der randlichen Lage dieser Struktur, konnte diese nicht näher untersucht werden. So bleibt es offen, ob es sich dabei um eine zum Spital gehörende Kapelle gehandelt haben könnte.

Projektzeitraum: 9. Juli 2018 bis 7. September 2018