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"kulturverrueckt" 1/2018

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Veröffentlichungen des BfK

Buchcover

Martina Padberg, Martin Schmidt (Hg.)

Die Magie der Geschichte.
Geschichtskultur und Museum

Ergebnisse einer Studienkonferenz des Bundesverbands freiberuflicher Kulturwissenschaftler e.V. und der Thomas-Morus-Akademie Bensberg im August 2007

Schriften des Bundesverbands freiberuflicher Kulturwissenschaftler, Bd. 3

Bielefeld: transcript-Verlag, 2010, 208 S., kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
23,80 Euro
ISBN: 978-3-8376-1101-4

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"Geschichte" ist zum medialen Ereignis geworden. Das Spektrum reicht vom Sachbuch oder Roman über Werbung und Film bis hin zu Gedenkstätten, Denkmalen und touristisch genutzten Orten. Geschichte kann als Event "erlebt" werden, dient als Folie für Computerspiele und wird journalistisch vermarktet. So entstehen wirkmächtige Geschichts-Bilder, die das historische Verständnis zunehmend prägen.
Wie reagieren Museen auf die Inflation dieser Vorstellungen? Welche Verantwortung hat das Museum für eine Geschichtskultur, wenn Geschichte zunehmend zur Ware wird? Kann es sich weiterhin als der erste Ort authentischer Geschichtsvermittlung behaupten? Der Band führt Protagonisten medialer Geschichtskultur und Fachleute aus dem musealen Kontext im kritischen Dialog zusammen.

Mit Beiträgen von

STEFAN NIES (Vorwort des Bundesverbandes freiberuflicher Kulturwissenschaftler e.V.)

MARTINA PADBERG, MARTIN SCHMIDT (Die Magie der Geschichte. Zur Einführung)

JAN FREITAG (Konsum und Massenkultur. Von der Technisierung und Ökonomisierung ästhetischer Erfahrung)

MICHAEL FEHR (Zur Konstruktion von Geschichte mit dem Museum – fünf Thesen)

MICHAEL JEISMANN (Über angeschaute und erzählte Geschichte. Die prä-narrative Situation des Museums)

BEATE SCHLANSTEIN (Geschichtsdokumentation im Fernsehen – einige Beobachtungen)

CAY RADEMACHER (Bildung, Unterhaltung, Flucht in ferne Zeiten – Geschichte bei GEOEPOCHE)

TANJA KINKEL (Wie genau muss ein historischer Roman sein?)

MARTIN KLÖFFLER (Geschichte spielen?! 'Living History' und Museen aus der Sicht eines Aktivisten)

JAN PASTERNAK ("Just do it": Konzepte historischen Handelns in Computerspielen)

CLAUDIA GOTTFRIED (Industriemuseum und Geschichtskultur: Das LVR-Industriemuseum, Schauplatz Ratingen)

DANIEL HESS (Kulturgeschichte im Germanischen Nationalmuseum)

KLAUS KÖSTERS (Arminius und die Varusschlacht – wie man einen Mythos macht)

SVEN LÜKEN (Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen – die neue ständige Ausstellung des Deutschen Historischen Museums im Berliner Zeughaus)

BARBARA RÜSCHOFF-THALE (Lebendiges Museum – lebendige Geschichte)

STEPHAN SENSEN (Geschichte ausstellen? Der Weg der Museen Burg Altena)

SILKE KOCH (Rock my Tradition)

Die Herausgeber des Bandes

Dr. phil. Martina Padberg arbeitet als freiberufliche Kuratorin für verschiedene Museen und als wissenschaftliche Autorin. Ihre Schwerpunkte sind die Klassische Moderne und die Zeitgenössische Kunst.

Martin Schmidt M.A. ist stellvertretender Leiter des LVR-Industriemuseums, Schauplatz Ratingen, und arbeitet zudem als Kurator und Gestalter für andere kulturhistorische Museen.

Interview mit Dr. phil. Martina Padberg

"Bücher, die die Welt nicht braucht." Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Geschichte ist heute ein florierender Markt: Im Kino machen aufwändige Produktionen Kasse, die im Mittelalter oder in der Antike spielen, im Fernsehen schickt man heutige Menschen zurück in die Vergangenheit und schaut ihnen zu, wie sie sich beim Kühe melken, Heizen und Weben abmühen, historische Romane boomen in den Bücherläden, auf Ritterfesten und Mittelaltermärkten wird allerhand verkauft usw. Und dann gibt es noch das Museum – die Institution, der die Aufarbeitung der Geschichte und die Bewahrung historischer Relikte aufgetragen ist. Wie geht das zusammen? Wohl kaum, ohne dass die Museen auf die wirkmächtigen Geschichts-Bilder in den Köpfen ihrer Besucher reagieren. Dieser Frage geht unser Tagungsband auf spannende Weise nach.

Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bislang diskutierten Wissenschaftler und Museumsspezialisten in der Regel unter sich über die Frage, wie das Museum der Zukunft aussehen könnte. Aus unserer Perspektive war es höchste Zeit, die Protagonisten der medialen Geschichtskultur und die Fachleute aus dem musealen Kontext zusammenzubringen. Daher nehmen in unserem Tagungsband Autoren, Filmemacher, Wissenschaftler, Journalisten und Museumskuratoren Stellung. Unter ihnen sind u.a. Grimme-Preisträgerin Beate Schlanstein und Bestsellerautorinn Tanja Kinkel. Insgesamt bietet der Band einen tiefen Einblick in die Welt der Geschichtskultur.

Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Für uns ist bei diesem Buch zentral, dass die Arbeit des Museums im Kontext des weiten Feldes der Geschichtskultur gedacht und diskutiert wird. Welche Verantwortung hat das Museum für eine Geschichtskultur, wenn Geschichte zunehmend zur Ware wird? Kann sich das Museum weiterhin als der erste Ort authentischer Geschichtsvermittlung behaupten? Auch wenn das Buch keine endgültigen Antworten geben kann, so handelt es sich doch um einen wichtigen Beitrag in der Debatte um die gegenwärtige und zukünftige Rolle des Museums.

Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Diskutiert wurde bereits mit vielen, die in dieser Debatte ein wichtige Rolle spielen: Michael Jeismann und Michael Fehr bieten hochinteressante Beiträge. Erfahrene Museumsmacher vom Germanischen Nationalmuseum und vom deutschen Historischen Museum diskutieren ihre Präsentationsformen, Jan Freitag liefert theoretischen Tiefgang, Tanja Kinkel und Cay Rademacher berichten aus der Schreibpraxis, Beate Schlanstein gibt Einblicke in die Fernseharbeit, u.v.m. Es ist also ein Gespräch über verschiedene Arbeitsfelder hinweg in Gang gekommen, das weitergeführt werden sollte. Sprechen möchten wir dabei auch mit denen, die im Moment über die Schließung von Museen nachdenken: Was passiert, wenn Geschichte mehr und mehr "privatisiert" wird?

Ihr Buch in einem Satz:

Noch nie war so viel "Geschichtskultur" und dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Konsumenten sondern auch auf Alle, die heute und morgen Museumsarbeit tun wollen.